Erhält der Führerscheinneuling seine Fahrerlaubnis, beginnt ab diesem Tag für zwei Jahre  die Führerscheinzeit auf Probe. Danach wird der Führerschein automatisch verlängert und ist auf unbegrenzte Dauer gültig. Von der Probezeit ausgenommen sind die Führerscheinklassen T, M und L.

Nach bestandener Prüfung darf der Fahranfänger allein am Straßenverkehr teilnehmen, bedacht und vorsichtig fahren und immer daran denken, dass er sich ab diesem Tag in der Probezeit befindet.

Warum bekommt man den Führerschein zuerst auf Probe? Ganz einfach, Anfänger und vor allen Dingen junge Fahrer haben ein erhöhtes Risiko in Unfälle verwickelt zu werden, diese zu verursachen und selbst schwerwiegende Verletzungen davon zu tragen. In dieser Altersgruppe ist das Risiko eines Verkehrsverstoßes besonders hoch. Bis zu vier Mal höher gegenüber allen anderen Fahrern.

Im Falle des Führerscheinentzugs sowie eigenen Verzichts, entfällt die Probezeit. Wird später der Führerschein neu abgelegt, kann die vorhergehende bereits absolvierte, Probezeit angerechnet werden.

Verursacht der Fahranfänger während der zweijährigen Probezeit einen Verkehrsverstoß mit Bußgeld, hat dies eine weitere Verlängerung von zwei Jahren zur Folge. Der Fahrer muss zudem verpflichtend an einem ASF Seminar-Maßnahme teilnehmen, welches auch von der GFL Fahrschule in Berlin Zehlendorf angeboten wird. Die Probezeit wird zum Ablaufdatum im Führerschein vermerkt.


Rechtswidrige Verkehrsverstöße


  • Zuwiderhandlungen in Form von Bußgeldern und erteilten Verwarnungen ohne Vermerke in die Verkehrssünderkartei. Die Bußgeldhöhe darf 40 Euro nicht überschreiten. Delikte dieser Art haben regulär keinen Einfluss auf den Führerschein und ebenso wenig auf die Probezeit
  • A – Verstöße, hierzu zählen das Nichtbeachten von Verkehrsregeln, Fahrerflucht nach einem Unfall oder ein hoher Promillewert des Fahrzeugführers. Gefährdungen im Straßenverkehr z. B. durch Nötigung, rechtswidriges Überholen, Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 20 km/ h und Vorfahrtsverletzungen. Desweiteren die Nutzung eines nicht versicherten Fahrzeugs sowie das Unterlassen von Erste Hilfe Maßnahmen bei Unfällen
  • B – Verstöße, sind Überschreitungen des TÜV’ s von mehr als 8 Monaten, nicht mehr fahrtüchtige, abgefahrene Reifen, die Gefährdung sowie Behinderung von Personen an Bus- oder Bahn Haltestellen sowie die absichtliche Behinderungen von Radfahrern und Fußgängern beim rechts und links Abbiegen. Neu und mit hohen Geldstrafen verbunden, die Handynutzung und Telefonie ohne Freisprecheinrichtung. Weiterhin gehören dazu, das Fahren ohne Licht bei Dunkelheit und die ungenügende Absicherung eines liegen gebliebenen Fahrzeugs.


Bei Delikten von A und B Verstößen wird der Führerscheinneuling zu einem Aufbauseminar verpflichtet und bekommt weitere zwei Jahre auf Probe. Geschieht während der automatischen Verlängerung ein weiterer Verstoß wird eine Verwarnung in schriftlicher Form erteilt und eine psychologische Beratung empfohlen. Diese ist nicht verpflichtend, sondern freiwillig. Nimmt der Fahranfänger im eigenen Interesse daran teil, zahlt er die Kosten dafür selbst, bekommt aber dafür aus seiner Verkehrssünderdatei zwei Punkte erlassen.


Fazit

Führerscheinneulinge sollten sich während der Probezeit peinlichst genau an die Straßen- und Verkehrsordnung halten, um nicht wegen einem Delikt an einem Fahrtauglichkeitsseminaren teilnehmen zu müssen und die Probezeit verlängert zu bekommen. Sämtliche Verstöße innerhalb dieser Zeit werden im Verkehrszentralregister vermerkt. Wer sich trotz absolviertem Aufbauseminar und schriftlicher Verwarnung einen weiteren Verstoß zu Schulden kommen lässt, ist seinen Führerschein los und kann diesen  frühestens nach einem Vierteljahr erneut beantragen.